• „Problem“ Muttermilch in Kita – Kurzfassung unserer Auswertung

    Date: 2013.01.27 | Category: News | Tags:

    Hallo,

    hier nochmal eine kurze Zusammenfassung unserer Wortmeldung zum Thema Muttermilch in der Kita (Kita-Vertrag in Schwielowsee). Für die, die nur über das Problem, nicht aber über jede Einzelheit der Sitzung in Ferch, nachlesen wollen (ansonsten finden Sie hier die lange Version):

    Seit einiger Zeit heißt es im Anhang zum Kita-Betreuungsvertrag mit der Gemeinde Schwielowsee „In unseren Kindereinrichtungen wird nur mit Muttermilchersatz gefüttert. Eine Verabreichung von mitgebrachter Muttermilch ist nicht zulässig.“

    Die Mitglieder des Netzwerkes empfanden es als ihre Pflicht, dieser Sache nachzugehen – und so begaben sich 2 von uns zur Sitzung des Ausschuss für Kultur, Schulen, Soziales und Sport am 21.1. ins Rathaus Ferch.

    Frau Bürgermeisterin Hoppe meinte, es hätte noch nie eine Mutter abstillen müssen; es handele sich um Einzelfälle, die bisher gütlich geregelt wurden; es gebe Bedenken wegen der Hygiene und es wäre für einen betroffenen Säugling extra eine 30 h-Kraft eingestellt wurden.

    Frau Cremer (Kitaleiterin) beschrieb, wo die Mehrarbeit mit der Muttermilch anfiel. Es stellte sich heraus, dass es sich um reine Dokumentationstätigkeiten handelte bzw. um Hygienemaßnahmen, wie z. B. die Nutzung von Mundschutz und Einmalhandschuhen beim Umgang mit der Muttermilch.

    Frau Dr. Skadi Springer (Nationale Stillkommission) versprach, dass so bald als möglich Richtlinien für die Behandlung von Muttermilch in der Kita erstellt werden. Die beschriebenen Maßnahmen hielt sie für übertrieben.

    Frau Bürgermeisterin Hoppe hatte referiert, dass es zwar den ablehnenden Passus im Kita-Vertrag gäbe, aber für die wenigen auftretenden Einzelfälle immer Lösungen gefunden (d. h. Ausnahmen gemacht) wurden. Ein Mitglied des Ausschusses brachte auch unser Unverständnis auf den Punkt: „Also unterschreibe ich als Mutter zuerst, dass ich ein verstanden damit bin, dass keine Muttermilch gefüttert werden kann, um es dann doch zu dürfen?“. Wir denken, hier zeigte sich deutlich, dass etwas an diesem Passus verändert werden muß.

    Unser Fazit:
    – Wir haben Verständnis für die Ängste der Verantwortlichen, fragen uns jedoch auch, warum es diese Bedenken offenbar überhaupt nicht gegen die Ersatznahrung gibt, die wesentlich schlechter für die Ernährung der Säuglinge geeignet ist und hygienische Risiken birgt.
    – Der Passus im Kita-Vertrag, der das Mitbringen von Muttermilch untersagt, muß gestrichen bzw. gegebenenfalls durch eine andere Formulierung, die das Vorgehen der Kita-Leitung besser erläutert, ersetzt werden.
    – Gleichzeitig sollte ein etwas unverkrampfterer Umgang mit der mitgebrachten Muttermilch gefunden werden. Mundschutz und Einmalhandschuhe sind ganz sicher übertrieben. Hierbei stellen wir auch gern unsere Hilfe zur Verfügung.
    – Auf die Richtlinien der Nationalen Stillkommission sollte – vor allem auch im eigenen Interesse der Gemeinde – hierbei nicht gewartet werden, denn der Passus im Vertrag wirkt extrem familienunfreundlich.

    Wir bleiben dran!

    Angela